, Weserberglandvogelschau am 30.09.17.& 01. 10.17 in Rinteln/Engern
 
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Tangaren

Tangaren

Wissenschaftliche Bezeichnung:
Thraupinae

Natürliche Verbreitung:
Mittelamerika, Indien

Die Tangaren werden von vielen Autoren nicht zu den Ammern, sondern in eine eigene Familie gestellt. Über 200 Arten bilden diese formenreiche, nur auf dem amerikanischen Festland und den Westindischen Inseln verbreitete Gruppe. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in der tropischen Region; nur 4 Arten konnten ihren Lebensraum nördlich von Mexiko erobern. So sind auch die meisten Arten keine Zugvögel.

Merkmale Die kleinen bis mittelgroßen Vögel sind in ihrer Erscheinung und in ihrem Verhalten sehr unterschiedlich. Einige sind unscheinbar, andere - manchmal sogar in beiden Geschlechtern - wiederum sehr prächtig gefärbt. Während einige Arten sehr gesellig sind und in gemischten Schwärmen mit anderen Tangaren und weiteren kleinen Vögeln in den Wipfeln des tropischen Urwaldes umherstreifen, leben andere sehr versteckt im Dickicht der trockenen Ebenen oder in den gemäßigten Gebirgsregionen der Anden. Dabei setzt sich ihre Nahrung aus Früchten und Insekten zusammen, die Pitpits saugen auch Nektar aus den Blüten.

Normalerweise bauen die Tangaren ein napfförmiges Nest in einem Baum oder einem Busch, nur die Organisten und Grün-Organisten haben geschlossene, kugelförmige Nester mit seitlichem Eingang.

Systematik Es lassen sich 4 Gattungsgruppen unterscheiden: 1. Schwalbentangaren (Tersinini); 2. Plüschkopftangaren (Catamblyrhynchini); 3. Pitpits (Dacnidini, früher zu den Zuckervögeln gestellt) und 4. Echte Tangaren.

Echte Tangaren (Thraupini) Tangaren wurden die Vögel von den Indianern des Amazonas getauft. Die Gruppe ist so artenreich, daß sich nur schwer ein Überblick geben läßt. Allen gemeinsam ist die einfach gebaute Zunge und der kegelförmige Schnabel, der eine etwas hakig gebogene Spitze aufweist. Hierher gehören die 4 Arten der Feuertangaren (Gattung Piranga), die ihre Brutzeit in Nordamerika verbringen, in der kälteren Jahreszeit aber wieder die tropischen Regionen aufsuchen. Eine der größten Gattungen sind die Organisten (Euphonia) und die nah verwandten Grün-Organisten (Chlorophonia).

Auch die Schillertangaren (Gattung Tangara) sind artenreich in Mittel- und Südamerika vertreten. Die Schillertangaren sind in beiden Geschlechtern gleich gefärbt. Die Paare leben in Dauerehe und durchstreifen zu zweit ihren Lebensraum. Beide Partner beteiligen sich am Brutgeschäft und können 2-3 Jahresbruten aufziehen.

Auch bei den Blautangaren (Gattung Thraupis) bleiben die Paare das ganze Jahr über zusammen, bilden aber manchmal kleinere Schwärme. Wie der Name dieser 17-19,5 cm langen Tangaren vermuten läßt, zeigt das glänzende Gefieder in beiden Geschlechtern vorwiegend Blautöne, die aber durch lebhafte Kontrastfarben ergänzt werden. Das trifft allerdings durchaus nicht auf alle Arten zu, wenn wir z. B. an die olivgrüne Palmtangare (Thraupis palmarum) denken, bei der auch die Färbung des Weibchens abweicht.

Die Samttangaren (Gattung Ramphocelus; 17-21 cm Körperlänge) kennen eine feste Paarbindung nur in der Brutzeit. Deutlich sind die Männchen in ihrem samtigen schwarzen oder tiefbraunen Federkleid von den unscheinbaren, bräunlichen Weibchen zu unterscheiden. Die leuchtend farbigen Unterseiten, nach denen man die Arten trennt, sind bei beiden Geschlechtern ähnlich.

Ebenso wie die Samttangaren halten sich auch die Habias (Gattung Habia) im Unterholz auf. Mit anderen Arten zusammen streichen sie lärmend umher und fallen durch ihren rauhen Ruf besonders auf. Singen dagegen können nur die Männchen, und das nicht gerade sehr melodisch. Das ist nicht verwunderlich, denn diese Fähigkeit ist in der ganzen Unterfamilie nicht besonders gut ausgebildet; so kennen z. B. die Schillertangaren überhaupt keinen eigentlichen Gesang.

 

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